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Stöbern in den Zeiten unserer Urahnen
Historisch betrachtet gehörte das alte Gesindehaus einst zu der Standesherrschaft Lübbenau, deren erster urkundlicher Nachweis ein Kaufvertrag über die Stadt Lübbenau im  Jahr 1315  ist.

Aus Quellen über das Amt Lübbenau ging weiter hervor das Leipe seit 1620 zur Standesherrschaft Lübbenau zählte.  
Die Familie der Grafen zu Lynar, denen die Standesherrschaft Lübbenau seit 1621 gehört und deren Nachfolger heute wieder im Schloss Lübbenau leben, ist ursprünglich toskanischer Herkunft. 1568 kam Rochus Guerrini Graf zu Lynar als erster seiner Familie über Frankreich nach Deutschland. Im Jahre 1621 kaufte Elisabeth, die Witwe des Grafen Johann Casimir zu Lynar den Herrschaftssitz in Lübbenau.

Winterimpressionen.
Fährmann bei Haus & Hof.
Willhelm Friedrich graf zu Lynar.
In den Dörfern der Herrschaft Lübbenau machten schon vor dem Dreißigjährigen Krieg die Schicht der landarmen (Gärtner) und landlosen Produzenten (sog. Freisitzer) die Mehrheit der Dorfbevölkerung aus.
In der zweiten Hälfte des 18. Jh. stieg dann der Anteil der Waldarbeiter, da die  Forstwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewann. Die Einnahmen der Standesherrschaft auf diesem Gebiet erhöhten sich, was wahrscheinlich auf den steigenden Bedarf Berlins, der anwachsenden Hauptstadt Preußens, an Bau- und vor allem Bauholz zurückgeführt werden konnte.
Als notwendige Konsequenz wurden immer mehr Forstarbeiter von der Standesherrschaft angeheuert. Im Jahre 1928 ließ Graf Wilhelm Friedrich zu Lynar, unmittelbar nachdem er die Leitung der Standesherrschaft übernommen hatte für seine Forstarbeiter und deren Familien in Leipe das Gesindehaus als Unterkunft erbauen. 

Wilhelm Friedrich zu Lynar war Offizier und persönlicher Adjutant des Generalfeldmarschalls von Witzleben. Dadurch hatte er Anteil an den Vorbereitungen des missglückten Putsches gegen Hitler am 20. Juli 1944 und wurde am 29. September 1944 in Plötzensee hingerichtet und sein Besitz enteignet.
1945 fiel die Herrschaft Lübbenau unter die demokratische Bodenreform, wobei die Gutsbetriebe und die Wiesenflächen des Spreewaldes sowie ein Teil der Forste an Neusiedler und landarme Bauern vergeben wurden. Der restliche Forstbesitz ging in das Volkseigentum über.

 Im Zuge der Wiedervereinigung wurden einige Teile des ursprünglichen Besitzes an die Familie zu Lynar rückübertragen, dazu zählt auch der Herrschaftssitz, das Schloss Lübbenau, dass nun nach fast 48 Jahren schließlich wieder restituiert wurde. Die Familie renovierte das alte Haus und schuf ein Hotel, das seine Gäste mit allem Komfort der Neuzeit und dem besonderen Charme der Vergangenheit empfängt.

Nach der Wiedervereinigung wurde das alte Gesindehaus rechtlich getrennt, so durfte die Familie Buchan ihren erworbenen Teil behalten, dagegen wurde der durch die Gemeinde verwaltete Teil rückübertragen. Im Jahr 2003 ging das Grundstück dann komplett in das Eigentum der Familie Buchan über. Die dringend notwendigen Renovierungsarbeiten konnten dann endlich begonnen werden und verhalfen dem Haus zu seinem urigen Charme zurück .